Digitale Gefühlserkennung: Forschungsprojekt untersucht Chancen und Risiken für die Psychiatrie

Wie verändern digitale Technologien den Umgang mit Traurigkeit, Angst und Schmerz? Dieser Frage geht das Verbundprojekt „ShiftAffect“ unter Leitung der Universität zu Köln nach. Beteiligt ist auch die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Tübingen.

Im Mittelpunkt stehen sogenannte affektive Technologien. Dazu gehören Anwendungen, die aus Sprache, Mimik oder Körpersignalen auf Gefühlslagen schließen, sowie Smartphone-Anwendungen zur Erfassung von Stimmungen. Untersucht wird unter anderem, wie solche Verfahren die Grenze zwischen alltäglichen Gefühlen und behandlungsbedürftigen Zuständen beeinflussen. Weitere Fragen betreffen Privatsphäre und Selbstbestimmung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Das Tübinger Team befragt Patienten und Behandelnde zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen. Aus den Untersuchungen sollen Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Entwicklung und klinische Nutzung entstehen. Der Bund fördert das Projekt mit rund einer Million Euro für den Zeitraum 2026 bis 2029.

Quellen: Universitätsklinikum Tübingen: „Ist Traurigkeit messbar?“ (28. Oktober 2026); BMFTR: „Gefühle messen und modulieren: Chancen & Herausforderungen“.

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