Eine australische Forschungsgruppe hat Hinweise auf ein Depressionsprofil gefunden, das durch Besonderheiten des Schlaf-Wach-Rhythmus geprägt ist. In der im British Journal of Psychiatry veröffentlichten Untersuchung erfüllten 2.604 von 11.380 Teilnehmenden die vorläufigen Kriterien einer „zirkadianen Depression“.
Für die Zuordnung mussten mindestens drei von sechs Merkmalen vorliegen. Dazu zählen saisonale Schwankungen, späte Schlafzeiten, eine ausgeprägte Abendpräferenz, längerer Schlaf während depressiver Episoden, starke morgendliche Müdigkeit und unterschiedliche Schlafrhythmen an Arbeits- und freien Tagen.
Die zugeordnete Gruppe berichtete über einen früheren Erkrankungsbeginn, schwerere Beschwerden und eine geringere Wirksamkeit bestimmter Antidepressiva. Die Ergebnisse beruhen auf Selbstauskünften und einer Querschnittsauswertung; Ursache und Wirkung lassen sich daraus nicht ableiten.
Die Forschenden verstehen das Profil als vorläufigen Ansatz, der unabhängig bestätigt werden muss. Eine etablierte neue Diagnose oder der Nachweis einer überlegenen Behandlung ergibt sich aus der Studie bislang nicht.
Quellen: Originalstudie im British Journal of Psychiatry · Mitteilung der University of Sydney