Eine internationale Forschungsgruppe hat Zusammenhänge zwischen Veränderungen der funktionellen Hirnvernetzung und depressiven Symptomen untersucht. Die Ergebnisse wurden am 21. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Nature Mental Health veröffentlicht.
Die Forschenden analysierten bildgebende Daten aus japanischen und deutschen Studienkohorten. Untersucht wurde, ob sich charakteristische Vernetzungsmuster des Gehirns bei Menschen mit einer depressiven Erkrankung nachweisen lassen.
Ein entwickelter Messwert konnte zwischen Personen mit und ohne Depression unterscheiden. Zudem zeigte sich ein statistischer Zusammenhang mit dem aktuellen klinischen Zustand, insbesondere mit Anhedonie, also einer verminderten Fähigkeit, Freude oder Interesse zu empfinden.
Die beobachteten Zusammenhänge waren allerdings vergleichsweise schwach. Die Ergebnisse erlauben deshalb bislang keine zuverlässige individuelle Diagnose oder Therapieentscheidung auf Grundlage dieses Messwerts.
Die Untersuchung liefert weitere Hinweise auf Zusammenhänge zwischen funktioneller Hirnvernetzung und depressiven Erkrankungen. Ob sich daraus künftig klinisch nutzbare Verfahren entwickeln lassen, muss in weiteren Studien geprüft werden.
Quelle: Gruber et al. (2026), Nature Mental Health, DOI: 10.1038/s44220-026-00747-w.