Wissen & Arbeitsmittel / Controlling & Krankenhaussteuerung
Integrierte Jahresprognosen mit nachvollziehbaren Annahmen, Unsicherheiten und Maßnahmen. Diese Wissensseite gehört zum Schwerpunkt Integriertes Controlling & Krankenhaussteuerung von Psychiatrie-News.de.
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Der Forecast als laufende Entscheidungsgrundlage
Die Wirtschaftsplanung definiert den Ausgangsplan. Ein Forecast bildet dagegen die bestmögliche Einschätzung des Jahresergebnisses auf Basis aktueller Informationen ab. Er sollte nicht lediglich den Plan fortschreiben. Eine belastbare Prognose berücksichtigt Leistungs- und Kapazitätsentwicklung, Personalbesetzung, Tarifveränderungen, Sachkosten, Budgetverhandlungen und Einmaleffekte.
Empfohlene Forecast-Logik
- Ist: abgeschlossene Monate mit abgestimmten Buchungs- und Leistungsdaten.
- Restjahr: erwartete Mengen, Personalkapazitäten und Kosten der verbleibenden Monate.
- Budgetanspruch: realistische Annahmen zum Verhandlungsergebnis getrennt von vorläufigen Zahlungen.
- Risiken und Chancen: Eintrittsbedingungen, Ergebniswirkung und verantwortliche Person dokumentieren.
- Maßnahmen: bereits beschlossene, realisierbare und noch zu entscheidende Effekte gesondert ausweisen.
Drei Szenarien
Das Basisszenario verwendet die aktuell plausibelsten Annahmen. Ein Risikoszenario untersucht beispielsweise verzögerte Budgetvereinbarungen, hohe Ausfallzeiten oder zusätzliche Betriebskosten. Ein Chancenszenario zeigt die Wirkung realistisch erreichbarer Verbesserungen. Die Bandbreite ist kein Ersatz für den verbindlich kommentierten Basis-Forecast.
Beispiel: Erweiterung einer Tagesklinik
Für einen geplanten Kapazitätsausbau werden Eröffnungsdatum, Hochlauf der Belegung, Personalgewinnung, Infrastruktur und Vergütungsannahmen separat modelliert. Eine Verschiebung der Inbetriebnahme kann sowohl Erlöse als auch Kosten reduzieren; Vorlaufkosten können trotzdem entstehen. Ein Forecast sollte diese zeitliche Asymmetrie sichtbar machen.
Monatlicher Forecast-Prozess
Bis zum Datenstichtag liefern Finanzbuchhaltung, Patientenverwaltung und Personalwesen abgestimmte Ist-Daten. Fachbereiche kommentieren Ursachen und Maßnahmen. Das Controlling konsolidiert, plausibilisiert und dokumentiert Veränderungen gegenüber dem letzten Forecast. Die Leitung entscheidet über priorisierte Maßnahmen und überprüft ihre Wirkung im nächsten Berichtszyklus.
Fachlicher Hinweis: Kennzahlen sind nur mit einheitlicher Definition, konsistentem Zeitraum und dokumentierter Datenquelle vergleichbar. Rechts- und Entgeltvorgaben sind jeweils im geltenden Stand zu prüfen.