Budgetverhandlungen 2026: Strategien für psychiatrische Einrichtungen

Budgetverhandlungen 2026: Strategien für psychiatrische Einrichtungen.

Die Budgetverhandlungen 2026 finden unter veränderten gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen statt. Steigende Personal‑ und Sachkosten, neue Anforderungen durch das BEEP‑Gesetz sowie die Aussetzung der Meistbegünstigungsklausel erhöhen den Druck auf psychiatrische Kliniken. Eine strukturierte Vorbereitung ist entscheidend, um Erlösrisiken zu vermeiden und finanzielle Stabilität zu sichern.

1. Auswirkungen der Meistbegünstigungsklausel einpreisen

Die bis 2026 ausgesetzte Meistbegünstigungsklausel führt dazu, dass niedrigere Vergütungssätze nicht mehr automatisch angeglichen werden. Kliniken müssen höhere Entgelte aktiv begründen und Kostenentwicklungen transparent darstellen.  

Besonders relevant sind tarifliche Anpassungen, steigende Sachkosten und Mehraufwände durch neue Qualifikationsanforderungen. Eine frühzeitige Analyse der Unterdeckungen stärkt die Argumentationsbasis.

2. Leistungsentwicklung differenziert darstellen

Eine detaillierte Aufbereitung der Leistungsentwicklung bildet die Grundlage für belastbare Verhandlungen. Wichtige Parameter sind:

  • Fallzahlen und Verweildauern
  • Verschiebungen zwischen Basis‑ und Intensivbereichen
  • Auswirkungen neuer Strukturmerkmale
  • Veränderungen durch ambulante und stationsäquivalente Angebote

Simulationen verschiedener Szenarien helfen, Erlöswirkungen sichtbar zu machen und Verhandlungsspielräume zu definieren.

3. Kostenstrukturen klar aufschlüsseln

Die Kostensteigerungen 2026 betreffen vor allem Personal, Energie und medizinischen Sachbedarf. Kliniken sollten ihre Kostenblöcke präzise darstellen und begründen.  

Wesentliche Aspekte sind:

  • tarifliche Mehrkosten
  • Qualifikationsanforderungen durch § 15a SGB V
  • Investitionen in Digitalisierung und Dokumentation
  • Aufwände für Strukturmerkmale und Nachweise

Eine transparente Kostenstruktur erhöht die Nachvollziehbarkeit und stärkt die Verhandlungsposition.

4. Strukturmerkmale konsequent nutzen

Die PEPPV 2026 konkretisiert Strukturmerkmale und Dokumentationsanforderungen. Kliniken, die diese vollständig erfüllen, können ihre Vergütungssicherheit erhöhen.  

Empfehlenswert sind:

  • interne Struktur‑Audits
  • vollständige und jederzeit verfügbare Nachweise
  • frühzeitige Korrektur von Abweichungen

Strukturkonformität reduziert das Risiko von Kürzungen und stärkt die Position in den Verhandlungen.

5. Digitalisierung als Effizienzargument einbringen

Digitale Systeme zur Dokumentation, Leistungssteuerung und Prozessoptimierung gewinnen an Bedeutung. Kliniken sollten darlegen, wie digitale Investitionen:

  • Dokumentationsaufwand reduzieren
  • Abrechnungsqualität verbessern
  • Personal entlasten
  • Prozesskosten senken

Dies unterstützt die Argumentation für höhere Budgets und zeigt langfristige Wirtschaftlichkeit auf.

6. Interne Abstimmung sicherstellen

Erfolgreiche Verhandlungen erfordern eine enge Abstimmung zwischen Controlling, Pflegedienst, ärztlichem Dienst und IT.  

Wesentliche Erfolgsfaktoren sind:

  • konsistente Leistungsdaten
  • einheitliche Dokumentationslogik
  • klare Verantwortlichkeiten
  • abgestimmte Argumentationslinien

Eine hohe Datenqualität reduziert Rückfragen und stärkt die Verhandlungsführung.

7. Szenarien für 2026 vorbereiten

Kliniken sollten mehrere Szenarien entwickeln, um flexibel auf Verhandlungsverläufe reagieren zu können. Dazu gehören:

  • optimistische, realistische und konservative Budgetvarianten
  • Auswirkungen unterschiedlicher Vergütungssätze
  • Sensitivitätsanalysen zu Personal‑ und Sachkosten

Szenarien erhöhen die Planungssicherheit und ermöglichen eine strukturierte Verhandlungsstrategie.

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